Wie »tickt« der Osten heute? Was eint und unterscheidet Ostler und Westler?
20 Jahre nach der Wende existieren im öffentlichen Diskurs immer noch widersprüchliche Klischees vom Osten: Auf der einen Seite wird im Jubiläumsjahr das Bild der friedlichen Revolutionäre und deutschen Einheitskämpfer beschworen, die den sozialistischen Unrechtsstaat zu Fall brachten. Andererseits wird – vor allem im Westen – das Bild der »Jammer-Ossis« gezeichnet, die die Bundesrepublik wirtschaftlich ausbluten und den Westen »ossifizieren«. Zeit also, sich einmal psychologisch fundiert mit der Lebenswirklichkeit und der seelischen Lage in den Neuen Bundesländern 20 Jahre nach der Wende zu beschäftigen. Das rheingold Institut hat im Auftrag der Zeitschrift SUPERillu 80 Bürger im Alter zwischen 18 und 70 Jahren auf die Couch gelegt und jeweils zwei Stunden mit ihnen über ihren Alltag, ihre Sehnsüchte und Ängste und über das Ost-West-Verhältnis heute gesprochen. Die Studie handelt von Menschen, die sich trotz widrigster Umstände durch ihren Biss und ihre Unbeugsamkeit immer wieder aufgerappelt haben. Menschen, die nicht jammern, sondern auch in schweren Zeiten den Mut haben, selbständig ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Und Menschen, die versuchen, durch Entschlossenheit, Courage und Disziplin ihre eigenen Lebensträume zu verwirklichen.